KiDZ - Kindergarten der Zukunft:

Bisher sind Kindergarten und Grundschule zwei getrennte Bildungsbereiche mit unterschiedlichem Bildungsauftrag. Das Modellprojekt KiDZ soll künftig diese beiden Bereiche vereinen. Ziel des Projektes ist eine frühe, individuelle Förderung von drei- bis sechsjährigen Kindern, die an den persönlichen Vorerfahrungen und Begabungen des einzelnen Kindes anknüpft.

Neueste neurowissenschaftliche und entwicklungspsychologische Studien weisen auf das enorme Lernpotential von Kindern in dieser Altersgruppe hin und unterstützen damit die Idee dieses innovativen Projektes. Besonders die Tatsache, dass für bestimmte Lernschritte so genannte Zeitfenster existieren, macht klar, dass Versäumnisse in dieser Phase des Lebens später nicht oder nur mit erheblichem Aufwand ausgeglichen werden können.
Diese Erkenntnisse sollen in Zukunft in der Elementarpädagogik stärker als bisher genutzt werden. Im Rahmen des von der Stiftung Bildungspakt Bayern, dem bayerischen Kultusministerium, dem Sozialministerium sowie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) initiierten Modellversuchs verschmelzen nun Kindergarten und die erste Klasse der Grundschule zu einer Einheit. Erzieherinnen und Lehrerinnen arbeiten hier im Team zusammen. Sie betreuen und bilden gemeinsam. Das neue Bildungskonzept betrachtet die Begriffe Spielen und Lernen nicht getrennt. Durchdachte Lernangebote ermöglichen einen fließenden Übergang vom „lernenden Spielen“ zum „spielenden Lernen“.

Der jeweilige Entwicklungsstand und die besonderen Stärken des einzelnen Kindes sind Ausgangspunkt für diese neue Form der Frühförderung. Die genaue Beobachtung und Dokumentation aller Entwicklungsschritte eines Kindes und eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern sind wesentliche Aufgaben der Pädagogen. Damit wird ein kontinuierlicher Übergang vom Kindergarten in die Schule geschaffen, der den Kindern eine individuellere und auch frühzeitigere Einschulung ermöglicht.

Die Kinder profitieren von KiDZ in mehrfacher Hinsicht. Sie können je nach Entwicklung zwei, drei oder vier Jahre in ihrem bekannten Umfeld verweilen. Altersgemischte Gruppen ermöglichen durch ihre Heterogenität in allen Bereichen eine Vielzahl von Lernsituationen im natürlichen Lebensalltag der Kinder.

KiDZ beginnt im Schuljahr 2004/2005. Der Versuch ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.

Die Aufgaben der pädagogischen Teams unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Hans-Günther Roßbach, Universität Bamberg, sind unter anderem:

• Mitwirkung an der Erarbeitung eines Curriculums und die Entwicklung pädagogischer Materialien
• Entwicklung eines Weiterbildungskonzeptes für Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen
• Einbindung und Beratung der Eltern im Sinne einer Erziehungspartnerschaft
• Entwicklung verschiedener Formen von Teamarbeit und –entwicklung
• Synergie der beiden Kulturen Kindergarten und Schule


Koordination:

Regine Nemetz                                                           
Tel.: 089 2186 2094
Fax: 089 2186 2833
regine.nemetz@stmuk.bayern.de


KiDZ – Projekt der Stiftung Bildungspakt Bayern
an der Grundschule Südost in Günzburg

Das Projekt wurde an drei Standorten in Bayern eingerichtet.
Zusammen mit dem Evangelischen Kinderhaus in Günzburg ist unsere Schule in das KiDZ Projekt eingebunden.

Im Schuljahr 2007/2008 wurden die ersten „richtigen KiDZ-Kinder“ d.h. Kinder, die bereits drei Jahre im Kindergarten zusätzlich durch eine Lehrerin gefördert worden sind, in eine sog. "Jahrgangsgemischte Grundstufe" eingeschult.

Im Verlauf des Schuljahres konnte dann entschieden werden, ob das Kind in eine dritte Jahrgangsstufe überwechselt oder ein weiteres Jahr in der Grundstufe verbleibt.

Im aktuellen Schuljahr wurden zum zweiten Mal KiDZ-Kinder zusammen mit Kindern aus anderen Kindertagesstätten eingeschult.

Die Zusammenarbeit klappt gut. Darauf sind wir stolz.

Ausblick:

Nachdem die Projektlaufzeit im Juli zu Ende geht, wird derzeit entschieden, wie die Botschaft aus KiDZ weitergetragen werden kann.

Es wäre in höchstem Maße wünschenswert, wenn KiDZ - zumindest in einer "einfacheren Form" - weitergehen könnte, unseren Kindern zuliebe.